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Return on Prevention: Lohnen sich Investitionen in den Arbeitsschutz auch wirtschaftlich?

Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Personalausfälle in jedem Fall vermeiden: Das ist das Ziel von Arbeitsschutzkonzepten. Doch wie sieht es eigentlich mit der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit von Präventionsmaßnahmen aus? Lohnen sich Investitionen in den Arbeitsschutz auch aus ökonomischer Sicht? Mit Hilfe des Return on Prevention lässt sich der Erfolg von Präventionsarbeit als monetäre Kennzahl angeben und bewerten.

In unserem Beitrag erklären wir, was der Return on Prevention konkret angibt und wie Sie den wirtschaftlichen Nutzen von ganzheitlichen Arbeitssicherheitsmaßnahmen berechnen. Neben möglichen Nutzen- und Kostenfaktoren beleuchten wir außerdem, wie Sie mit Hilfe von Digitalisierungsprozessen Ihre Kosteneffizienz im Arbeits- und Gesundheitsschutz erhöhen können.

Alle weiteren Fragen zum Einsatz und den Erfolgsfaktoren einer Arbeitsschutz-Software beantworten wir Ihnen in unserem umfangreichen E-Book „Das große Buch des digitalen HSQE-Managements“. Schauen Sie doch gleich mal rein!

Ausgangslage: Ethische, gesellschaftliche und rechtliche Gründe für den Arbeitsschutz

Ohne Frage dient der Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen der Sicherheit aller Beschäftigten. An erster Stelle steht dabei immer, Unfällen und Berufskrankheiten im Arbeitsalltag vorzubeugen. So sollte es das Hauptanliegen jedes Arbeitsgebers sein, dass seine Angestellten geschützt und gesund arbeiten können. Die Grundlage von Arbeitsschutzmaßnahmen bilden daher vorwiegend ethische und gesellschaftliche Ansprüche. Daneben spielen aber auch rechtliche Vorgaben eine Rolle: Betriebe sind dazu verpflichtet, gesetzliche Anforderungen an den Arbeitsschutz zu erfüllen.

Darüber hinaus stellt sich aber vor allem aus Sicht der Geschäftsführung noch eine weitere Frage: Welche wirtschaftlichen Vorteile bringt die betriebliche Präventionsarbeit ein? Lohnen sich Investitionen in den Arbeitsschutz also auch aus ökonomischer Sicht?

In unserem Beitrag wollen wir diese Frage anhand einer Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) sowie der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse (BG ETEM) beantworten. An der 2013 veröffentlichten Befragung nahmen 337 Unternehmen aus 19 Ländern teil. Ziel war es, Kosten und Nutzen betrieblicher Prävention anhand des sogenannten Return on Prevention zu bewerten.

Was ist der Return on Prevention?

Return on Prevention als Kosten-Nutzen-Analyse

Wenn Sie den Arbeitsschutz im Unternehmen aus einer ökonomischen Perspektive betrachten wollen, dann eignet sich der Einsatz einer Präventionsbilanzierung. Dabei stellen Sie die betrieblichen Kosten den Nutzen von Präventionsmaßnahmen gegenüber. Einfacher ausgedrückt, handelt es sich dabei also um eine Kosten-Nutzen-Analyse.

Return on Prevention als Kosten-Nutzen-Analyse

Wenn Sie den Arbeitsschutz im Unternehmen aus einer ökonomischen Perspektive betrachten wollen, dann eignet sich der Einsatz einer Präventionsbilanzierung. Dabei stellen Sie die betrieblichen Kosten den Nutzen von Präventionsmaßnahmen gegenüber. Einfacher ausgedrückt, handelt es sich dabei also um eine Kosten-Nutzen-Analyse.

Konkret lässt sich das wirtschaftliche Erfolgspotenzial von Investitionen in den Arbeits- und Gesundheitsschutz durch die Kennzahl Return on Prevention (RoP) berechnen. Der Return on Prevention stellt dabei den monetären Präventionsnutzen im Verhältnis zu den Kosten dar. Er verdeutlicht somit, mit welcher Stärke und Richtung sich Arbeitsschutzmaßnahmen auf die Erreichung der Unternehmensziele auswirken. Zusammengefasst ist der RoP ein Indikator dafür, ob und in welchem Umfang Arbeitssicherheit für Betriebe lohnenswert ist.

Kostenfaktoren betrieblicher Prävention

Um den Return on Prevention für Ihr Unternehmen berechnen zu können, müssen Sie zunächst die konkreten Kosten für Ihre Präventionsmaßnahmen kennen. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über mögliche Kostenfaktoren.

Zu den grundlegenden Kostenpunkten zählen bspw.:

  • Ausgaben für Persönliche Schutzausrüstungen
  • Kosten durch sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung
  • Ausgaben für präventionsbedingte Qualifizierungsmaßnahmen
  • Kosten für Vorsorgeuntersuchungen
  • Organisationskosten
  • Investitionskosten
  • Anlaufkosten

Präventionskosten umfassen nicht nur den Kauf von Sicherheitsmaterialien, sondern auch die regelmäßigen Wartungs- und Abschreibungskosten, die jährlichen Arbeitsstunden für die Maßnahmenüberwachung oder die gesamte anfallende Arbeitszeit für Unterweisungen. Sie können die Kosten für die Prävention auch in direkte Kosten wie z. B. Interventionsausgaben für Untersuchungskosten oder verlorene Arbeitsstunden sowie in indirekte Kosten unterteilen. Zu den indirekten Ausgaben zählen u. a. Kosten, die für das Personal benötigt werden, welches mit der Organisation und Durchführung von Arbeitsschutzmaßnahmen beauftragt ist.

Übrigens:

Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zufolge, machen die durchschnittlichen Kosten für betriebliche Präventionsmaßnahmen etwa 2,4 Prozent der Lohnsumme aus.

Betrieblicher Präventionsnutzen

Im Gegensatz zu den Kosten für Arbeitsschutzinvestitionen steht natürlich der ökonomische Nutzen. Hier können grundsätzlich folgende Aspekte genannt werden (Auszug):

  • Kosteneinsparungen durch abgewendete Betriebsstörungen und Ausfallzeiten
  • Kosteneinsparungen durch vermiedenen Ausschuss und reduzierte Nacharbeit
  • Wertzuwachs durch gestiegene Motivation und Zufriedenheit der Angestellten
  • Wertzuwachs durch nachhaltige Qualitätsorientierung sowie verbesserte Produktqualität
  • Wertzuwachs und Reputationsgewinn durch höheres Image

Zum direkten Nutzen von Präventionsmaßnahmen zählen somit in erster Linie Ersparnisse durch die verbesserte Gesundheit aller Mitarbeiter. Diese führt wiederum zu einer verringerten Anzahl von Risikofaktoren, Unfällen und Arbeitsunfähigkeit. Gleichzeitig profitieren Sie so auch von reduzierten Versicherungskosten und geringeren Ausgaben für notwendige Ersatzarbeitskräfte. Aber auch Geldbußen, Gerichtsverfahren oder gar Vertragsstrafen durch Projektverzögerungen (bspw. für verspätete Auslieferungen) lassen sich durch Präventionsarbeit vermeiden. Bedenken Sie zudem, dass Sie sich neben Reparaturen oder gar dem Ersatz von beschädigten Maschinen auch nervenaufreibende Unfalluntersuchungen sparen.

Übrigens:

Schätzungen zufolge lassen sich mindestens 30 bis 40 Prozent aller krankheitsbedingten Ausfallzeiten im Unternehmen mit Hilfe eines effektiven Arbeitsschutzmanagements vermeiden.

Mögliche indirekte Nutzenfaktoren sind bspw. die erhöhte Produktivität und optimierte Servicequalität als auch die verbesserte psychische Gesundheit aller Beschäftigten. Daneben zählen auch ein besseres Betriebsklima, eine gesteigerte Arbeitsmoral sowie flüssigere Kommunikationsprozesse zum nicht monetarisierbaren Nutzen.

Nachfolgend haben wir wichtige positive Effekte durch verbesserte Arbeitsbedingungen für Sie zusammengefasst:

  • Verringerung von Störungen im Produktionsablauf und von Erlösausfällen
  • Sicherung der Kundenzufriedenheit
  • Verminderung von Absentismus und dadurch Reduzierung von Personalpuffern
  • Steigerung der Planbarkeit und Termintreue im Arbeitsprozess
  • Steigerung der Einsatz- und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten
  • Stärkung der Eigenverantwortung und Sensibilisierung der Mitarbeiter für optimierte sowie störungsfreie Produktion und Innovation

Ergebnisse der Studie: Wie hoch ist der Return on Prevention?

In der vorgestellten Studie wurden verschiedene Wirkungsarten eines effektiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes besonders positiv bewertet. Hierzu zählen die Reduzierung von Gefährdungen, die Erhöhung des Gefährdungsbewusstseins der Angestellten sowie die Verbesserung des Images in der Öffentlichkeit. Aber auch der Rückgang von sicherheitswidrigen Verhaltensweisen und Betriebsstörungen sowie die Minimierung von Arbeitsunfällen und Ausfallzeiten zählen zu den entscheidenden Wirkfaktoren. Der Einfluss zeigte sich besonders bei den Betriebsbereichen Transport, Produktion und Lagerung.

Die befragten Unternehmen nannten die folgenden Nutzen- und Kostenfaktoren des betrieblichen Arbeitsschutzes dabei am häufigsten:

Kosten:

  • sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung
  • Organisationskosten
  • Investitionskosten

Präventionsarbeit wird vor allem kostenbezogen und organisatorisch als aufwendig eingeschätzt.

Nutzen:

  • gestiegene Motivation und Zufriedenheit der Angestellten
  • vermiedene Betriebsstörungen und Produktionsausfälle
  • höheres Image

Durch Präventionsmaßnahmen fühlen sich die Beschäftigten sicherer, was sich auf den gesamten Arbeitsprozess auswirkt.

Kosten:

  • sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung
  • Organisationskosten
  • Investitionskosten

Präventionsarbeit wird vor allem kostenbezogen und organisatorisch als aufwendig eingeschätzt.

Nutzen:

  • gestiegene Motivation und Zufriedenheit der Angestellten
  • vermiedene Betriebsstörungen und Produktionsausfälle
  • höheres Image

Durch Präventionsmaßnahmen fühlen sich die Beschäftigten sicherer, was sich auf den gesamten Arbeitsprozess auswirkt.

Insgesamt gaben rund 75 Prozent der befragten Betriebe an, dass Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz langfristig zu gleichbleibenden oder sinkenden Kosten führen.

Doch überwiegt der Gesamtnutzen die Gesamtkosten für Präventionsinvestitionen am Ende auch? Innerhalb der Studie wurde ein globaler Return on Prevention von 2,2 ermittelt. Der betriebswirtschaftliche Nutzen aller Präventionsmaßnahmen ergibt sich demnach aus den Gesamtkosten, welche mit dem RoP von 2,2 multipliziert werden. Einfacher gesagt, ist somit jeder ausgegebene Euro in den Arbeitsschutz 2,20 € wert. Oder anders ausgedrückt: Jeder in die Arbeitssicherheit investierte Euro kommt schließlich mehr als doppelt zurück.

Natürlich hängt der Wert des Return on Prevention immer von den individuellen Kosten und Nutzen eines Unternehmens ab und kann für Ihren Betrieb ganz anders ausfallen, als in der vorliegenden Studie. Zudem zahlen sich Investitionen in der Regel nicht sofort aus, sondern wirken langfristig. Was die Ergebnisse aber gezeigt haben: Der RoP wird aufgrund der zahlreichen positiven Effekte von Präventionsarbeit immer über 1,0 liegen. Das Fazit der Studie lautet daher: Investitionen in den Arbeitnehmerschutz rechnen sich immer.

Darüber hinaus belegen auch zahlreiche weitere nationale sowie internationale Studien die Wirtschaftlichkeit des Arbeitsschutzes mit Hilfe des Return on Prevention. Eine Befragung der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG, 2015) ging noch einen Schritt weiter und untersuchte die Frage, ob sich die Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems (AMS) lohnt. Dabei ergab sich auch hier ein Return on Prevention in Höhe von 2,3. Digitale Management-Lösungen haben somit das Potenzial, den wirtschaftlichen Nutzen weiter zu erhöhen. Wichtige Beweggründe für den Einsatz eines Arbeitsschutzmanagementsystems
waren dabei übrigens die Aspekte Image, Kundenerwartung, Systemoptimierung Rechtssicherheit sowie wirtschaftliche Vorteile.

Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsschutzprozessen senkt weitere Kosten

Was in vielen Studien allerdings unberücksichtigt bleibt, sind die Einwirkungen des sozialen und technologischen Fortschritts auf die Arbeitssicherheit. Immerhin lässt sich durch die Digitalisierung und Automatisierung von Präventionsprozessen der Organisationsaufwand im Betrieb deutlich verringern. Das führt natürlich auch zu weiteren Einsparpotenzialen.

Konkret können Sie mit Hilfe einer Arbeitsschutz-Software wie iManSys viele der oben genannten Kostenfaktoren deutlich reduzieren und so den Return on Prevention nachhaltig erhöhen. Doch wie funktioniert das im Detail? Zunächst lässt sich eine Software-Lösung zeit- und ortsunabhängig verwenden. Das bedeutet, dass alle relevanten Aufgaben flexibel organisiert und durchgeführt werden können, was bspw. Ausfallzeiten von Mitarbeitern aufgrund von Präsenzunterweisungen reduziert.

Weiterhin lässt sich eine Vielzahl von Arbeitsschutzprozessen automatisieren. Besonders bei großen Datenmengen und regelmäßigen Aktualisierungen entlastet dies neben den Mitarbeiten auch die Führungsebene spürbar. Abteilungs- und standortübergreifende Funktionen reduzieren zudem doppelte Arbeitsschritte. Aber auch Angestellte nehmen digitale Arbeitsschutzmaßnahmen erfahrungsgemäß besser an. Eine hohe Mitarbeiterakzeptanz sorgt schließlich ebenso dafür, dass sich Angestellte an einer sicheren Umsetzung der Vorgaben beteiligen.

Fazit: Investitionen in den Arbeitsschutz zahlen sich aus

Die Auswirkungen von Präventionsarbeit lassen sich auch wirtschaftlich bewerten. Eine wichtige Kennzahl hierfür ist der Return on Prevention, der Kosten und Nutzen von Arbeitsschutzinvestitionen gegeneinander abwägt. In mehreren Studien hierzu lag der RoP bei einem Wert von über zwei, d. h. Präventionsausgaben lohnen sich mehr als doppelt. Digitale Lösungen tragen dazu bei, Kostenfaktoren weiter zu senken, während sie Organisations-, Personal-, und Zeitaufwand sparen. Betriebliche Präventionsmaßnahmen sollten daher vielmehr als Erfolgs- statt als Kostenfaktor verstanden werden.

Der Return on Prevention zeigt, dass sich Arbeitsschutzinvestitionen lohnen.
Der Return on Prevention zeigt, dass sich Arbeitsschutzinvestitionen lohnen.

Fazit: Investitionen in den Arbeitsschutz zahlen sich aus

Die Auswirkungen von Präventionsarbeit lassen sich auch wirtschaftlich bewerten. Eine wichtige Kennzahl hierfür ist der Return on Prevention, der Kosten und Nutzen von Arbeitsschutzinvestitionen gegeneinander abwägt. In mehreren Studien hierzu lag der RoP bei einem Wert von über zwei, d. h. Präventionsausgaben lohnen sich mehr als doppelt. Digitale Lösungen tragen dazu bei, Kostenfaktoren weiter zu senken, während sie Organisations-, Personal-, und Zeitaufwand sparen. Betriebliche Präventionsmaßnahmen sollten daher vielmehr als Erfolgs- statt als Kostenfaktor verstanden werden.

Von der Mitarbeiterunterweisung über die Gefährdungsbeurteilung bis hin zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge: Unsere Software-Lösung iManSys vernetzt alle HSQE-Anforderungen miteinander und ermöglicht so eine hohe Kosteneffizienz in jedem Arbeitsbereich. Gleichzeitig gewährleisten Sie dadurch die Nachhaltigkeit Ihrer Arbeitsschutzinvestitionen. Sie möchten weitere Vorteile unserer HSQE Compliance-Management-Software erfahren? Dann werfen Sie doch mal einen Blick in unser kostenfreies E-Book. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Weiterführende Infos:

DGUV (2013): DGUV Report 1/2013. Berechnung des internationalen „Return on Prevention“ für Unternehmen: Kosten und Nutzen von Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Online verfügbar unter https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/2799 (Abgerufen am 25.03.2022).

VBG (2015): Return on Prevention 2.0. Kosten und Nutzen von Arbeitsschutzmanagementsystemen für Unternehmen (Ergebnisbericht). Online verfügbar unter https://www.vbg.de/SharedDocs/Medien-Center/DE/Broschuere/Themen/Arbeitsschutz_organisieren/Return_on_Prevention_Studie_AMS.pdf?__blob=publicationFile&v=5 (Abgerufen am 25.03.2022).

Der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber wird im Text das generische Maskulinum verwendet – gemeint sind damit immer alle Geschlechter.

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