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Künstliche Intelligenz im Arbeitsschutz: Diese Anwendungsfelder ergeben sich für Unternehmen

Stellen Sie sich vor, die lästige Gefährdungsbeurteilung macht sich plötzlich fast ganz von allein und im Gefahrenfall handeln Maschinen zum Schutz der Beschäftigten eigenständig, lange bevor es zu einem Vorfall kommen kann. Doch was davon ist Utopie und was bereits Wirklichkeit?

Klar ist: Künstliche Intelligenz (KI) ist schon längst ein prägender Treiber, der die Arbeitswelt entscheidend verändert – und das auch im Arbeitsschutz. In welchen Einsatzbereichen KI hier inzwischen angekommen ist, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Neben möglichen Anwendungsgebieten im Unternehmen stellen wir auch Chancen und Risiken von KI vor. Das Zusammenspiel mit etablierten Software-Lösungen ist dabei ebenfalls von Bedeutung. Grundlegendes zum Thema Arbeitsschutz-Software lesen Sie vorab in unserem kostenfreien Whitepaper. Wir wünschen viel Spaß!

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Warum Künstliche Intelligenz im Arbeitsschutz einsetzen?

Die einfachste Antwort auf diese Frage ist wohl: KI optimiert vorhandene Prozesse, spart Zeit und Ressourcen – natürlich auch im Arbeitsschutz. Das gibt Unternehmen die Chance, ihre Effizienz deutlich zu steigern. Immerhin können Technologien, die auf Künstlicher Intelligenz, Robotik oder Machine Learning basieren, viele Arbeitsaufgaben präziser und dabei auch kostensparender umsetzen.

Immer wichtiger wird das in Hinblick auf das kontinuierlich sinkende Arbeitskräfteangebot. Unternehmen müssen daher die vorhandenen Beschäftigten effizienter einsetzen. Hier knüpfen KI-gestützte Software-Lösungen an, indem sie Routineaufgaben im Arbeitsschutz übernehmen. Sinan Sen, Gründer von Datalyxt und langjähriger Mitarbeiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), geht davon aus, dass Mitarbeitende bis zu 30 Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem Suchen und Analysieren von Daten verbringen. KI-basierte Lösungen können Verantwortlichen diese Tätigkeiten abnehmen.

Künstliche Intelligenz bietet auch für den Arbeitsschutz verschiedene Vorteile

Grundsätzlich eignet sich KI optimal für sich wiederholende, standardisierte Aufgaben, wie das Auslesen von Informationen sowie die Überprüfung von einfachen oder gefährlichen Aufgaben. Dabei können entsprechende Systeme bspw. Text- und Bildmaterial auswerten, Daten vorsortieren oder Wartungshinweise für Geräte vorhersagen. Vor allem für das Sammeln und Ordnen großer Informationsmengen, das Simulieren von Situationen, das Aufbereiten von Gesetzestexten sowie die Überwachung von Prozessen stellt KI damit eine große Unterstützung dar. Schließlich werden Algorithmen weder nachlässig noch müde.

Künstliche Intelligenz bietet auch für den Arbeitsschutz verschiedene Vorteile

Grundsätzlich eignet sich KI optimal für sich wiederholende, standardisierte Aufgaben, wie das Auslesen von Informationen sowie die Überprüfung von einfachen oder gefährlichen Aufgaben. Dabei können entsprechende Systeme bspw. Text- und Bildmaterial auswerten, Daten vorsortieren oder Wartungshinweise für Geräte vorhersagen. Vor allem für das Sammeln und Ordnen großer Informationsmengen, das Simulieren von Situationen, das Aufbereiten von Gesetzestexten sowie die Überwachung von Prozessen stellt KI damit eine große Unterstützung dar. Schließlich werden Algorithmen weder nachlässig noch müde.

Diese Vorteile kommen auch dem betrieblichen Arbeitsschutz zugute. So lassen sich im Zusammenspiel mit Echtzeitdaten proaktive Schutzmaßnahmen aufstellen. Systematisch eingesetzt, können Betriebe so die Risiken für die Mitarbeitenden auf ein Mindestmaß reduzieren. Im Falle einer gefährlichen Situation ist es KI-Lösungen dann möglich, die Betroffenen frühzeitig zu warnen. Daneben helfen diese auch dabei, gesetzliche Richtlinien und Vorgaben zuverlässiger einzuhalten.

Einsatzbereiche von Künstlicher Intelligenz im Arbeitsschutz

Die Eigenschaften von KI bieten im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zahlreiche Möglichkeiten, um Prozesse und Aufgaben zu erleichtern oder zu beschleunigen. Nachfolgend beleuchten wir einige Anwendungsfelder genauer.

KI im Gefahrstoffmanagement

Im Gefahrstoffmanagement weisen KI-Anwendungen vor allem für Sicherheitsdatenblätter (SDB) einen erfolgsversprechenden Weg auf. So können Unternehmen intelligente Systeme dafür einsetzen, die Inhalte der SDBs in automatisierter und strukturierter Form auszulesen. Das spart Verantwortlichen die zeitfressende manuelle Bearbeitung jedes einzelnen Datenblattes.

Der hohe Automatisierungsgrad eröffnet dabei neue Möglichkeiten für die Ersterfassung, Überprüfung, Auswertung sowie Digitalisierung der SDBs. Konkret können so z. B. Plausibilitätsprüfungen und Versionsvergleiche der Dokumente automatisch erfolgen. Datenfelder aus SDBs lassen sich nicht nur unkompliziert auslesen, sondern auch deutlich einfacher durchsuchen. Anwendbar ist die KI aber ebenso für Eingangskontrollen, nachdem Verantwortliche das Dokument erhalten haben.

Zum Einsatz kommt KI für das Gefahrstoffmanagement u. a. in der Compliance-Management-Software iManSys. Gemeinsam mit der Cloud-Lösung SdbHub können Unternehmen hier Sicherheitsdatenblätter digital verwalten und Inhalte automatisiert extrahieren. Die Schnittstelle führt bei den Nutzern zu einer nachweislichen Kosten- und Zeitersparnis von über 70 Prozent.

Künstliche Intelligenz kommt im Gefahrstoffmanagement für das Auslesen von Sicherheitsdatenblättern zum Einsatz.
Künstliche Intelligenz kommt im Gefahrstoffmanagement für das Auslesen von Sicherheitsdatenblättern zum Einsatz.

Zum Einsatz kommt KI für das Gefahrstoffmanagement u. a. in der Compliance-Management-Software iManSys. Gemeinsam mit der Cloud-Lösung SdbHub können Unternehmen hier Sicherheitsdatenblätter digital verwalten und Inhalte automatisiert extrahieren. Die Schnittstelle führt bei den Nutzern zu einer nachweislichen Kosten- und Zeitersparnis von über 70 Prozent.

Risikoanalyse mit KI

Künstliche Intelligenz kann auch Risikoanalysen im Unternehmen effizienter gestalten. So erleichtert sie bspw. die Analyse von Arbeitsumgebungen und die Identifikation potenzieller Risiken.

Für die Gefährdungsbeurteilung bietet KI dabei folgende Möglichkeit: Unternehmen können bestimmte Arbeitssituationen in Hinblick auf Risiken untersuchen und bewerten lassen. Grundlage bilden gesammelte Daten zu häufigen Gefährdungssituationen, anhand der dann eine teilautomatisierte Gefährdungsbeurteilung erstellt werden kann. Das heißt, Verantwortliche geben Titel sowie Thema in der zugehörigen Software ein und die KI generiert anschließend neue oder weitere Risiken und leitet passende Schutzmaßnahmen ab.

Kommen zusätzlich Sensortechnologien zum Einsatz, die große Mengen Echtzeitdaten erfassen, ist KI auch in der Lage, Vorhersagen zu sich verändernden Arbeitsbedingungen zu treffen. Beispiele hierfür sind der Anstieg toxischer Substanzen oder Ermüdungen. Mit den vorliegenden Daten lassen sich Gefährdungsbeurteilungen wiederum direkt aktualisieren oder neue Maßnahmen sofort den betroffenen Beschäftigten mitteilen.

Nehmen wir das Beispiel Störfall: Über Sensoren könnte KI wissen, wann eine Oberfläche zu heiß wird und die Mitarbeitenden rechtzeitig warnen oder im Extremfall sogar die entsprechende Maschine abschalten. Indem intelligente Systeme immer mehr Parameter kombinieren, können sie mögliche Gefahrensituationen so immer besser vorhersehen.

Ist es jedoch schon zum schlimmsten Fall – dem Arbeitsunfall – gekommen, dann eignet sich KI auch für die Analyse von erfassten (Beinahe-)Unfällen. Dadurch lassen sich Unfallursachen schneller erkennen und passende Gegenmaßnahmen treffen. Hierfür erkennen KI-Lösungen Korrelationen oder Muster und bereiten die Daten in übersichtlicher Form auf. Auf Basis dessen können sie anschließend neue Vorhersagen treffen.

Übrigens

Natürlich kann KI nur mit den Daten arbeiten, die Sie in Ihrem Unternehmen erfassen. Es ist daher Grundvoraussetzung, dass Sie u. a. Ihr Incident Management mit geeigneten Kennzahlen stützen. Damit Ihre Mitarbeitenden Vorfälle und Unfälle zuverlässig melden, sollten Sie eine positive Fehlerkultur etablieren. Außerdem sorgen digitale Lösungen dafür, dass die Meldung schnell und einfach erfolgen kann – per mobiler App bspw. auch von unterwegs aus.

KI-gestützte Arbeitsmittel

Künstliche Intelligenz findet sich natürlich auch in Geräten, Anlagen oder Werkzeugen, die am Arbeitsplatz zur Anwendung kommen. Denken Sie bspw. an kollaborative Robotik, Arbeitsassistenzsysteme, intelligente Schutzkleidung oder fahrerlose Transportsysteme. Sogenannte „Cobots“ beschreiben das Zusammenspiel von Mensch und Maschine, das u. a. für tragbare Technologien verwendet wird.

Eine Form davon sind auch Exoskelette, bei denen Federunterstützungen den Bewegungsapparat der Nutzer entlasten. Besonders geeignet sind sie für Trage-, Hebe- und Überkopftätigkeiten. Mit Hilfe von Exoskeletten schützen sich Beschäftigte dadurch vor allem vor Arbeitsunfällen oder physischen Langzeitfolgen. Körpersensoren, die mit KI gekoppelt sind, tragen außerdem dazu bei, dass sich die körperliche Beanspruchung der Mitarbeitenden besser messen lässt.

Für den Büroarbeitsplatz sind zukünftig Schreibtische denkbar, die von alleine hochfahren, wenn die Angestellten zu lange im Sitzen gearbeitet haben. Sie ermöglichen so ein ergonomischeres und gesünderes Arbeiten. Aber auch bei gefährlichen Tätigkeiten, die eine Schutzausrüstung erforderlich machen, ist KI hilfreich. PSA besitzt dabei zunehmend intelligente Textileigenschaften, die bspw. Informationen aus der Umwelt aufnehmen und im Gefahrenfall warnen.

Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Arbeitsschutz

Die Anwendungsfelder von KI im Arbeitsschutz sind vielseitig. Neben bestehenden Chancen haben Unternehmen häufig aber auch Bedenken, welche Risiken mit neuen Technologien verbunden sind. Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über die Vorteile und Nachteile für den Einsatz von KI.

Chancen von KI im Arbeitsschutz

Risiken von KI im Arbeitsschutz

Fazit und Ausblick

Die verschiedenen Einsatzbereiche im Arbeitsschutz zeigen, dass Künstliche Intelligenz zahlreiche Möglichkeiten bietet, um Risiken zu minimieren, Mitarbeitende zu entlasten oder die Einhaltung von Vorschriften zu verbessern. Größter Vorteil dabei ist die effizientere und sichere Gestaltung des Arbeitsalltags. Klar ist: Je mehr Daten in einem Unternehmen gesammelt, aufbereitet und ausgewertet werden müssen, desto mehr lohnt sich die Verwendung künstlich intelligenter Systeme und Software-Lösungen.

Natürlich sollte die Implementierung gut geplant und fortwährend erforscht werden. Hier einige wichtige Punkte, die Unternehmen berücksichtigen sollten:

  • Maschinelles Lernen und KI sollten nicht einfach pauschal in Schutzmaßnahmen integriert werden. Vorher müssen Unternehmen deren Wirksamkeit und Lernerfolg kontrollieren. Daher gilt es, die KI-Systeme kontinuierlich zu überwachen, um Fehlalarme und falsche Interpretationen zu reduzieren. Außerdem sollten die Verantwortlichen prüfen, ob die KI-gesteuerten Maßnahmen auch für Randbereiche und in Ausnahmefällen funktionieren.
  • Es ist die Aufgabe von KI, Muster und Korrelationen zu erkennen. Ein umfassendes Verständnis für Arbeitssicherheit haben intelligente Systeme jedoch nicht. Hier braucht es in jedem Fall das Fachwissen und die Erfahrung von Menschen. Damit ist auch klar, dass KI Arbeitsschutzprozesse niemals komplett übernehmen kann. Sie hilft lediglich dabei, Zeit und Aufwand der Belegschaft zu sparen.
  • Daraus ergibt sich ein weiterer Aspekt: Für den erfolgreichen Einsatz müssen Mensch und Maschine Hand in Hand gehen. Das bedeutet u. a., dass Unternehmen ihre Beschäftigten unbedingt über die Funktionsweise von KI schulen und sensibilisieren sollten. Gleichzeitig muss auch immer klar sein, welche Daten die KI mit welchem Zweck verarbeitet. Dadurch können die Mitarbeitenden Bedenken abbauen und digitale Lösungen besser in ihren Arbeitsalltag integrieren.

In der Compliance-Management-Software iManSys kommt Künstliche Intelligenz bspw. bereits für das Auslesen von Sicherheitsdatenblättern sowie bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen zum Einsatz. Darüber hinaus lassen sich mit der Software-Lösung relevante Daten im Arbeitsschutz digital und zentral erfassen sowie verwalten. Daraus können Unternehmen später wertvolle Analysen ableiten. Weiterführende Informationen zum Thema Arbeitsschutz-Software gibt Ihnen unser kostenfreies Whitepaper.

Weiterführende Infos:

DGUVforum (2023): Möglichkeiten und Grenzen von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt. Online verfügbar unter https://forum.dguv.de/ausgabe/3-2023/artikel/moeglichkeiten-und-grenzen-von-kuenstlicher-intelligenz-in-der-arbeitswelt (Abgerufen am 06.12.2023).

SdbHub (2023): Die Zukunft des Arbeitsschutzes: Mensch und Künstliche Intelligenz im Einklang. Online verfügbar unter https://sdbhub.de/sdblog/arbeitsschutz-und-kuenstliche-intelligenz-im-einklang/ (Abgerufen am 08.12.2023).

Der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber wird im Text das generische Maskulinum verwendet – gemeint sind damit immer alle Geschlechter. 

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