Posted by on 28. Mai 2019

Schulungssoftware

Demografischer Wandel, sinkende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter, Identifikation und Bindung von Talenten – die Personalabteilungen in Unternehmen haben mit einer Vielzahl an Herausforderungen zu kämpfen. Gleichzeitig ermöglicht der digitale Wandel neue Potenziale für die Mitarbeiterkommunikation. In unserem Beitrag klären wir über Lernkulturen in Unternehmen sowie die Anforderungen an Schulungssoftware auf.

Wer sich eingehend mit der didaktischen Aufbereitung von Schulungsinhalten beschäftigen möchte, dem sei unser kostenfreies Whitepaper „Einführung und Didaktik elektronischer Unterweisungen“ empfohlen.
 

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Lernkultur in Unternehmen – Barrieren und Potenziale

Das lebenslange Lernen gilt für viele Tätigkeitsbereiche heutzutage als grundlegende Anforderung. Arbeitsplatzanforderungen ändern sich, alte Jobs fallen weg, neue kommen hinzu, eine Maschine ersetzt einen mühsamen Arbeitsschritt, eine Software unterstützt den Informations- und Kommunikationsfluss. Das hat auch Auswirkungen auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Beschäftigten, deren Kompetenzen es weiterzuentwickeln gilt. Jedoch stehen die Personalentwickler vieler Unternehmen einer wenig ausgeprägten Lernkultur gegenüber (vgl. Bohne 2017):

  • Zu viele Mitarbeiter zeigen nur wenig Eigeninitiative zum Lernen und zur Weiterentwicklung.
  • Lernen wird gedanklich mit Anstrengung, Langeweile oder Leistungsdruck statt mit Spaß und Neugier verbunden.
  • Die Angst, Fehler zu machen oder in Prüfungen zu versagen, ist weit verbreitet.
  • Mitarbeiter sind stark auf Ergebnisse (Noten, Scheine, Zertifikate) fixiert, statt ein tiefes Interesse am eigentlichen Lerninhalt zu zeigen.
  • Veränderungsbereitschaft oder gar Veränderungsfreude sind gering, obwohl gerade diese immer mehr zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden.

Dabei existiert nachweislich eine Vielzahl an positiven Einflussfaktoren auf die Lernmotivation (vgl. Hattie 2013). Aus der Unterrichtsforschung für Kinder und Jugendliche ist bekannt, dass folgende Aspekte den Lernerfolg überdurchschnittlich gut unterstützen können (Auszug):

  • Selbsteinschätzung des eigenen Leistungsniveaus
  • Feedback
  • Lehrer-Schüler-Beziehung
  • Kreativitätsförderung
  • interaktive Lernvideos
  • Fallbeispiele
  • Problemlösung

Interessanterweise wurde auch festgestellt, dass webbasiertes Lernen, also bspw. die Nutzung von E-Learning-Plattformen, nur unterdurchschnittlich wirkt. Die Implementierung von Schulungssoftware stellt noch lange nicht den Lernerfolg sicher. Es ist in jedem Fall erforderlich, die entsprechenden Schulungsinhalte mit sinnstiftenden Konzepten sowie didaktischen Finessen zu füllen.

Trotz der mittlerweile gedämpften Euphorie und der oftmals skeptischen Grundhaltung gegenüber Schulungssoftware-Konzepten zeigt eine Umfrage, dass eine Vielzahl an betrieblichen Themen hohe Relevanz für das digitale Lernen besitzt (vgl. Statista 2018). Dazu gehören auch Compliance-Inhalte, also das Einhalten von Regeln (bspw. Vorschriften und Unternehmenskodizes).

Die Bereitschaft zum Einsatz einer Schulungssoftware in Unternehmen resultiert dabei auch aus dem Wunsch, den Zeit- und Kostenaufwand für die Organisation und Durchführung von Schulungen zu verringern.

Anforderungen an eine Schulungssoftware

Vor der Einführung einer Schulungssoftware ist es empfehlenswert, einen Katalog mit den unternehmensspezifischen Anforderungen und Zielen zu erstellen. Dieser Katalog gibt auch den Software-Anbietern Auskunft über die Projektanforderungen und den möglichen Umsetzungsoptionen. Natürlich sieht dieser Katalog in jedem Unternehmen für jedes Projekt unterschiedlich aus. Folgende Punkte können jedoch als Grundvoraussetzung betrachtet werden (Auszug):

1.) Bei der Schulungssoftware sollte es ich um eine webbasierte Lösung handeln. Gegenüber „klassischen“ Desktop-Anwendungen bieten diese die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig auf die Schulungsinhalte zugreifen zu können.

2.) Die Software-Lösung stellt idealerweise Anbindungen an bereits bestehende firmeninterne Verwaltungssoftware bereit (bspw. über SAP-Schnittstellen). So können bestehende Daten und Informationen in die neuen Arbeitsprozesse einbezogen werden – natürlich unter Einhaltung der bestehenden Datenschutzbestimmungen im Unternehmen.

3.) Das Arbeiten mit und in der Software kann nicht für jeden Nutzer gleich funktionieren. Dafür sind die Aufgaben und Verantwortlichen der Beschäftigten im Unternehmen zu unterschiedlich. Eine Schulungssoftware muss daher über ein funktionierendes Rollen- und Rechtekonzept verfügen (Admin- und Nutzersicht).

4.) Es gibt Tätigkeiten, bei denen sich die Beschäftigten für eine Vielzahl von Diensten und Anwendungen anmelden müssen (insbesondere bei Bildschirmarbeitsplätzen). Um Zeit zu sparen, ist eine Single-Sign-On-Funktion empfehlenswert. Damit meldet sich ein Benutzer einmalig mit seiner Authentifizierung für alle Rechner und Dienste mit entsprechender Berechtigung an.

5.) Das Hochladen von Schulungsinhalten sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Hier gilt es zu beachten, dass die notwendigen Unterlagen in verschiedenen Dateiformaten eingestellt werden können (z. B. Word, PDF, Power Point, HTML 5). Das erhöht die Flexibilität des Systems.

6.) Zwar kann eine Schulungssoftware nicht vordergründig die Lernmotivation und den Lernerfolg der Beschäftigten erhöhen, jedoch sollte sie die Durchführung von Wissenstest und Verständniskontrollen ermöglichen. Diese sollten jedoch nur optional und bei Bedarf eingesetzt werden.

Abschließend sei nochmal darauf verwiesen, dass der Erfolg einer Schulungssoftware in hohem Maße von der Lernbereitschaft der Beschäftigten sowie der Aufbereitung der Schulungsinhalte ist. Mit der Erfüllung der o. g. Anforderungen ist es jedoch möglich, enorme Einsparungspotenziale bei der Organisation und Durchführung von Schulungen zu erzielen.

Mit unseren Software-Welten „Unterweisen & Schulen“ und „Skills & Kompetenzen“ von iManSys bieten wir eine umfangreiche Software-Lösung, welche sich an den Anforderungen des Marktes sowie unseren zahlreichen Kundenprojekten orientiert. Hier lassen sich u. a. die Qualifizierungsbedarfe der Beschäftigten erkennen sowie notwendige Maßnahmen in Form von Schulungen organisieren.

Weitere Informationsmaterialien u. a. zu den Themen Kompetenzmanagement, Wirkungsweise elektronischer Schulungen oder Didaktik elektronischer Unterweisungen finden Sie in unserer umfangreichen Content-Bibliothek (Whitepaper, E-Books, Erfolgsgeschichten).
 

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Weiterführende Informationen:

Bohne, J. (2017): Lernkultur von gestern verstehen und für morgen verändern. In: Schwuchow, K., & Gutmann, J. (Hrsg.). Personalentwicklung: Themen, Trends, Best Practices 2017. Freiburg/München/Stuttgart: Haufe Verlag, S. 199 – 206.

Hattie, J. (2013): Lernen sichtbar machen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von „Visible Learning“, besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler.

Statista (2018): Umfrage zur Bedeutung von E-Learning-Themen in Unternehmen 2018. Online verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164931/umfrage/themen-von-elearning-in-deutschen-unternehmen (Zugriffsdatum: 16.05.2019).

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