Posted by on 20. Oktober 2016

Dank Vorsorge arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren erkennen und vermeiden

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen helfen Arbeitgebern und Arbeitnehmern dabei, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren möglichst frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung dient der Früherkennung und soll arbeitsbedingten Erkrankungen oder Berufskrankheiten vorbeugen. Eine wirksame Gesundheitsvorsorge sowie eine gute medizinische Versorgung im Krankheitsfall liegen daher im Interesse eines jeden Arbeitgebers.

Die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter ist eine Grundvoraussetzung für ihre dauerhafte Arbeits- und Leistungsfähigkeit – in allen Bereichen des Unternehmens. Einige besonders gefährliche Tätigkeiten oder Belastungen, beispielsweise in der Baubranche oder in der Industrie, erfordern individuelle Vorsorgeuntersuchung und regelmäßige (Nach-)Untersuchungen. In diesen Fällen sind die Arbeitgeber gegenüber ihren Mitarbeitern grundsätzlich zur Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge verpflichtet. Darüber hinaus können Untersuchungsleistungen freiwillig angeboten werden. Ob die Mitarbeiter diese in Anspruch nehmen, entscheiden sie selbst.

Der Begriff arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung umfasst die folgenden Punkte:

  • Belastungs- und Gefährdungsbeurteilungen sowie
  • Beurteilungen und Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen
  • Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von Berufskrankheiten
  • Aufklärung und Beratung von Beschäftigten
  • Weiterentwicklung des Gesundheitsschutzes im Unternehmen

Aufgaben und Pflichten eines Betriebsarztes

Für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen dürfen nur Ärzte beauftragt werden, die entweder eine Qualifikation als Facharzt für Arbeitsmedizin oder eine Zusatzqualifikation für Betriebsmedizin erworben haben. Maßgeblich für ihre Arbeit ist das deutsche Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung bei einem Angestellten

Um die Arbeitsbedingungen korrekt einschätzen und eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge gewährleisten zu können, muss sich der Betriebsarzt in einem ständigen Dialog mit den Beschäftigten und der Fachkraft für Arbeitssicherheit befinden. Das Ziel seiner Arbeit ist es, Erkrankungen zu verhindern, die durch Belastungen während der Arbeit auftreten können. Zudem kann er spezielle Eignungen, beispielsweise das Führen eines Krans oder Gabelstaplers, überprüfen.

Typische Erkrankungen, mit denen sich viele Betriebsärzte heutzutage beschäftigen, sind Muskel-Skelett-Erkrankungen, zum Beispiel Rückenschmerzen oder Gelenkschäden sowie psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen.

Lesen Sie auch unseren Artikel zur
Arbeitsmedizinischen Untersuchung.

Der Unterschied zwischen Pflicht- und Vorsorgeuntersuchung

Die arbeitsmedizinische Vorsorge leitet aus der detaillierten Beurteilung der Arbeitsbedingungen fachliche Empfehlungen ab. Dazu zählt auch die Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen. Bei welcher Gefährdung welche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung empfohlen bzw. durchgeführt wird, klärt die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

Für bestimmte Tätigkeiten sind Pflichtuntersuchungen erforderlich. Ein Beispiel: Hat ein Mitarbeiter während seiner Arbeit mit einem speziellen Gefahrstoff zu tun, der in der ArbMedVV aufgelistet ist (Anhang ArbMedVV), muss er einen Termin für eine entsprechende Pflichtuntersuchung wahrnehmen. Fällt er durch die Untersuchung, darf er die Tätigkeit nicht (weiter) ausführen.

Für weniger gefährlichere oder belastende Berufe muss der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern sogenannte Vorsorgeuntersuchungen anbieten. Die Teilnahme an diesen Untersuchungen ist jedoch freiwillig. Zusätzlich hat jeder Mitarbeiter auch die Möglichkeit sich freiwillig untersuchen zu lassen – losgelöst von den oben genannten Vorschriften.

Ohne Gefährdungsbeurteilung keine Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung

Um zu ermitteln, welche Vorsorgeuntersuchungen notwendig sind, müssen die Arbeitsbedingungen im Unternehmen sorgfältig mit Hilfe einer professionellen Gefährdungsbeurteilung überprüft werden.

Eine Gefährdungsbeurteilung als solche ist grundsätzlich die Basis für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge. Dabei klärt der Betriebsarzt vor allem den Zusammenhang zwischen der ausgeübten Arbeit und möglichen gesundheitlichen Problemen. Er klärt während dieses Prozesses die Arbeitnehmer auf und berät Arbeitgeber – immer unter Berücksichtigung seiner ärztlichen Schweigepflicht.

In den meisten Fällen setzt sich eine solche Vorsorgeuntersuchung aus den folgenden Punkten zusammen:

  • vollumfängliche Betrachtung der Arbeitsplatzsituation durch den Betriebsarzt
  • Befragung und Untersuchung der Mitarbeiter mit anschließender Beurteilung ihres Gesundheitszustandes und gegebenenfalls arbeitsmedizinischer Beratung
  • schriftliche Dokumentation der Untersuchungsergebnisse
  • Auswertung der Untersuchungsergebnisse und gesundheitlicher Bedenken (sofern gegeben) mit dem Mitarbeiter
  • Bei Pflichtuntersuchung: Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber (ohne Weitergabe von Befunden oder Diagnosen)

Inhalte einer arbeitsmedizinischen Untersuchung

Alle vom Betriebsarzt ermittelten Befunde unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Konkrete Untersuchungsergebnisse einzelner Mitarbeiter dürfen nicht an den Arbeitgeber weitergeleitet werden. Der Betriebsarzt darf sich allerdings dazu äußern, ob gesundheitliche Bedenken vorliegen oder ob bei bestimmten Tätigkeiten Auflagen zu erfüllen sind.

Die Erkenntnisse des Betriebsarztes liefern nicht nur wertvolle Informationen für zukünftige Gefährdungsbeurteilungen, sondern auch für andere arbeitsschutztechnische Maßnahmen.

Sie möchten mehr zum Thema Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung erfahren? Dann kontaktieren Sie uns jetzt:

Sie haben Fragen?
Schreiben Sie uns.

Weiterführende Links

Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)

Bildquellen: shutterstock.com

Bitte aktivieren Sie Javascript, um alle Inhalte sehen zu können.
Vorschriften & Pflichten
Unterweisen & Schulen
Skills & Kompetenzen
Arbeitsmedizin & Vorsorge
Risiken & Gefährdungen
Motivation & Vernetzung
Dokumente & Daten